Montag, 12. März 2007

Segovia, Ávila und Tapas

¡Buenos días!

¿Qué tal? Hier sind jetzt wie versprochen die Photos vom Wochenendtrip nach Segovia und Ávila sowie ein bisschen Tapasessen mit 2 Freunden am Sonntag abend. Mir gefallen meine Photos sogar selber =)

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1. SEGOVIA

Uralte Stadt, bekannt als Geburtsort Spaniens und des Absolutismus . Sie war jahrhundertelang Residenz der kastilischen Koenige und spaeter der spanischen, bevor der Hof von den Bourbonen nach Madrid verlegt wurde. Anfang des 11. Jahrhunderts wurde Segovia von den Christen zurueckerobert, die damit ganz Kastilien kontrollierten. Die Kathedrale "Nuestra Señora de la Asunción" ist Spaniens spaeteste gotische Kirche.

In Segovia wurde Isabella I. die Katholische zur Koenigin Kastiliens gekroent, deshalb Geburtsort Spaniens. Sie war die Koenigin, die die Reconquista abschloss, Spanien einte und durch ihre persoenliche Unterstuetzung Christoph Kolumbus´ den Grundstein fuer das Spanische Weltreich legte. Auch Isabella hat es Segovia zu verdanken, als Geburtsort des Absolutismus angesehen zu werden. Es war ihr Regierungsstil, der 150 Jahre vor Ludwig XIV. bereits vom "poder absoluto" gepraegt war. Saemtliche Gesetzte, Dekrete und Verordnungen begann sie mit "Yo la Reyna" (Ich, die Koenigin); Isabella entmachtete den Adel und machte den spanischen Thron zum Zentrum des Landes, kulturell, geistig, politisch. Sie modernisierte die Verwaltung und reformierte die Kirche. Trotz ihrer tiefen Religioesitaet zoegerte sie nicht, den Papst in die Schranken zu weisen, wenn er sich in ihre Politik einmischte, Isabella drohte Rom mehrere Male damit, den Geldhahn zuzudrehen. Politik macht einzig und allein der von Gottes Gnaden eingesetzte Koenig! Dieser hatte nur vor der "Allerheiligsten Dreifaltigkeit" Rechenschaft abzulegen. Auch in Segovia rief Isabella die Spanische Inquisition ins Leben, eine rein weltliche Organisation, die Spanien lange Zeit im Griff hatte und teilweise um sich greifenden Terror ausuebte. Mit ihrer Religioesitaet traf sie den Nerv der Zeit: Christen kaempften gegen Muslime, die Bevoelkerung lebte in Angst. Isabella wurde bereits zu Lebzeiten in Spanien wie eine Heilige verehrt. In Nicht-Christen sah sie Feinde des spanischen Thrones, sie verwies zuerst alle Juden, spaeter alle Muslime des Landes.
Im Gegensatz dazu hatte Karl V. mit der Stadt Segovia viel Aerger....

Das roemische Aquaedukt aus dem 1. Jahrhundert, Wahrzeichen Segovias. In ganz Spanien gibt es kein vergleichbares.

Plaza Mayor: In der Kirche St. Michael (rechts) wurde die beruehmte Infantin am 14. Dezember 1474 als Isabella VI. zur Koenigin Kastiliens ausgerufen und gekroent. Hier (auch in Salamanca) handelte sie hoechstpersoenlich ihren Heiratsvertrag mit Ferdinand von Aragon aus, und zwar so geschickt, dass sie die Krone von Kastilien und León nicht teilen musste. Sie allein war und blieb kastilische Herrscherin.

Das Schloss, Residenz der Koenige. Es war auch der Lieblingsort des deutschen Kaisers Karls V., der in Personalunion als Sohn Johannas der Wahnsinnigen (und damit Enkel Isabellas) gleichzeitig Koenig Spaniens war. Davor: Linda (Kenia) und ich

Die Decke des Thronsaals. Wie alles in diesem Schloss sehr prunkvoll und ein bisschen im maurischen Stil!

Der Thronsaal mit den Thronen Isabellas und Ferdinands. Im Hintergrund das beruehmte Wappen der Katholische Koenige. Im Baldachin der Leitspruch: "Die Koenige Ferdinand und Isabella, beide gleich".

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2. ÁVILA

Hier kamen wir erst am spaeten Nachmittag an, leider. Vieles war schon dicht, kaum was los in den Strassen. Ávila ist fuer Spanien keinesfalls unbedeutend: Zwei grosse Mystiker des Christentums stammen aus dieser Stadt: Santa Teresa de Jesús und San Juan de la Cruz. Die (von aussen ziemlich haessliche) Kathedrale ist die erste gotische von ganz Spanien, richtig beruehmt ist Ávila aber eigtl. wegen der hl. Theresia und seiner im ganzen Land einzigartig vollkommen erhaltenen Mauern, die nach der Rueckeroberung durch die Christen ca. 1080 errichtet wurden.

Blick auf den Mauerring im beginnenden Abendlicht von der Plaza de Santa Teresa aus.

Fassade der Kirche Santa Teresa neben dem Geburtshaus der Heiligen und dem dazugehoerigen Museum...hier gibt es den "Ringfinger" der hl. Theresia zu sehen......;-)

Mein Lieblingsbild: Der Fruehling haelt Einzug in Ávila. Bluehender Baum in der Calle Santa Teresa mit bisschen Hinterland im Hintergrund.

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Am Sonntagabend war ich dann mit Takuya und Namiko ein bisschen in den Bars von meinem Viertel unterwegs, nur so 1,5 Stunden, nicht lang. Aber es gab leckere Tapas, z.B. "Tosta de Gambas" (Garnelentoast). War ganz witzig =)

Namiko und Takuya in der Bar fast direkt unter meinem Haus wo ich wohne. Mein Viertel heisst "Barrio van Dyck" und hat wohl die meisten Bars auf so kleiner Flaeche.

Sonntag und heute gab es in meiner Gastfamilie "Paella". Sehr gut, mit Oliven und Meeresfruechten und allem. Papa, ich hab ein Photo fuer dich gemacht :D

Gruesse

Uli

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Juchuuu! Der Countdown läuft! Bald kommt Uli Zurück! Schon im Voraus 1000 Dank für Ulis Blog, der ist einfach super! Macht total viel Spaß zu Lesen (immerhin kann man so dein Leben in Salamanca ein bisschen mitverfolgen!) und deine Photos sind einfach super! Aber ich glaub, das hab ich schon ein paar Mal gesagt! Das Photo mit der Blüte im Vordergrund ist der absolute Hammer!Unglaublich schön!
Und wenn man liest/sieht was du erlebst und dir alles anschaust könnte man fast grün werden vor Neid!
(Nach etwas längerer Zeit mal wieder)Grüße von Betty

Anonym hat gesagt…

servus uli
kann der "betty" aka k.b. nur zustimmen!
wo du überall rumgekommen bist, hammer! ich hock z.z. nur aufm sofa, weil mir am mo. alle 4 weisheitszähne entfernt wurden.
bis nächste woche!
mo

Anonym hat gesagt…

dein blog ist wirklich so toll, ich lese deine eintraege sehr gerne! :D
freu mich aber auch schon, wenn du wieder im lande bist!
alles liebe~